2020: Sehr stabile Einzelhandelsumsätze in Europa erwartet

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Für das Jahr 2020 wird entsprechend den derzeit vorliegenden Daten sogar mit einem noch etwas höheren Plus von ca. 3,5 % gerechnet und auch die Perspektiven für 2021 sind insgesamt gesehen gut, auch wenn sich das Wachstum vermutlich auf etwa 1,6 – 2,3 % abschwächen wird.

In den USA wächst der Einzelhandel trotz Handelsstreit mit China – dank niedriger Arbeitslosenrate und konsumfreudiger Bevölkerung – jedoch noch stärker, für 2020 wird ein Wachstum von 5,6 % prognostiziert. China verlangsamt zwar sein Wachstum, dieses liegt aber dennoch weiterhin über dem Europas und der USA. Auch absolut liegt der chinesische Einzelhandel mit voraussichtlich über 4,5 Billionen Euro 2020 bereits deutlich vor den USA und Europa, welche fast gleichauf jeweils ca. 3,5 Billionen Euro erreichen werden. Berücksichtigt man auch die Branchen Kraftfahrzeuge und Mineralöle, wären die USA jedoch noch klar auf Platz 1.

Das Gesamtwachstum Europas liegt zwar hinter dem der USA und China zurück, erfreulicherweise lässt sich aber nicht nur insgesamt, sondern auch auf Länderebene ein allgemeiner Aufwärtstrend verzeichnen: Bereits 2019 kam es in fast allen Ländern (mit Ausnahme von wechselkursbedingten Rückgängen in Island und der Türkei) zu einem Anstieg, 2020 wird sogar in allen Ländern ein nomineller Anstieg des Einzelhandels (gemessen in €) erwartet.

Auffällig ist die Dynamik Osteuropas: Die Ukraine, Moldau, Rumänien sowie Albanien haben in den letzten Jahren satte Umsatzzuwächse verzeichnet und werden auch 2020 wieder mit hohen Wachstumszahlen von über 6 – 8 % glänzen. Auch die restlichen osteuropäischen Länder können überdurchschnittlich zulegen, höhere Löhne kurbeln hier den Konsum an. Einzig Griechenland verzeichnet in Südosteuropa mit einem Plus von 2,2 % einen unterdurchschnittlichen Anstieg.

Die meisten westeuropäischen Länder erreichen im Gegensatz zu Osteuropa nur deutlich niedrigere Zuwachsraten. Dies ist mit einem bereits höheren Ausgabenniveau und einer entsprechenden Sättigung zu erklären, allerdings legen ausgerechnet die ausgabenstärksten Länder Schweiz (+ 5,4 %) und Luxemburg (+ 4,5 %) relativ am meisten in Westeuropa zu. In der Schweiz liegt dies vor allem am immer stärker werdenden Franken, Luxemburg erfreut sich besonders guter Zuwächse im privaten Konsum.

Auch Großbritannien kann 2020 für westeuropäische Verhältnisse mit einem voraussichtlichen Plus von ca. 3,8 % gut zulegen. Großbritannien hat die EU zwar am 31. Januar verlassen, bis zumindest Ende 2020 besteht aber bereits eine Übergangsphase, um sich auf neue Handelsabkommen zu verständigen. Somit sind keine allzu negativen Auswirkungen auf den Konsum zu erwarten und auch der Pfund entwickelt sich momentan noch stabil zum Euro.

Weitere Informationen finden Sie unter www.regiodata.eu
Quelle: Regio Data

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