SERVICE&MORE: Einrichtungsfachhandel kämpft sich zurück – jetzt muss die Politik handeln

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SERVICE&MORE, die größte Einkaufs- und Dienstleistungsorganisation für KMUs im österreichischen Einrichtungsfachhandel, blickt dennoch mit vorsichtigem Optimismus auf 2026 – und richtet klare Erwartungen an die Wirtschaftspolitik.

Die Zahlen des Instituts für Österreichs Wirtschaft (iföw) belegen, dass der Möbeleinzelhandel 2025 zu den am stärksten belasteten Branchen im gesamten heimischen Einzelhandel zählte. Während der Einzelhandel im Schnitt nominell um +2,6 % zulegte, büßte der Möbelhandel -2,1 % (real -1,8 %) ein. Gleichzeitig stiegen die Insolvenzahlen im Handel auf ein neues Rekordniveau, und die Beschäftigung im Möbeleinzelhandel sank um -4,1 %, was einem Verlust von 768 Arbeitsplätzen entspricht.

Mag. Christian Wimmer, Geschäftsführer von SERVICE&MORE: „In diesem Zusammenhang zeigt sich, dass vom Aus mancher großen Mitbewerber, wie zum Beispiel kika/leiner, niemand wirklich profitiert. Die Umsätze sind einfach vom Markt verschwunden.“

Möbelhandel unter Druck: Ein Sektor kämpft sich durch die Krise

Hintergrund dieser Entwicklung sind die kumulierten Belastungen der vergangenen Jahre: anhaltend hohe Inflation, eine schwache Bauwirtschaft, die als zentraler Impulsgeber für Neueinrichtungen gilt, sowie eine nach wie vor ausgeprägte Kaufzurückhaltung der Konsumentinnen und Konsumenten. Wimmer führt letztere auf eine allgemeine Verunsicherung quer durch alle Bevölkerungsschichten zurück: „Eine Krise jagt die nächste, es fehlt an Sicherheit und Vertrauen.“ Und er betont: „Die letzten Jahre haben den gesamten Einrichtungsfachhandel in Österreich auf eine harte Probe gestellt. Was unsere Mitgliedsbetriebe in dieser Zeit geleistet haben – in Bezug auf Stabilität, Kundenorientierung und unternehmerische Disziplin – verdient höchsten Respekt!“

Forderung an die Politik: Wohnbau ankurbeln, Kaufkraft stärken

Dennoch braucht der Markt jetzt Rückenwind – und der kann nicht allein aus eigener Kraft kommen. Wimmer sieht hier die Politik klar in der Pflicht: „Der Staat muss endlich seine Hausaufgaben machen und umfassende Maßnahmen auf den Weg bringen. Es fehlt immer noch an Strukturreformen und wir brauchen diese rasch, denn je länger man zuwartet, umso tiefer werden die notwendigen Einschnitte. Und es braucht zukunftstragende Ideen, nicht schon wieder neue Steuern!“

SERVICE&MORE richtet eine klare Forderung an die österreichische Bundesregierung: Die Wiederbelebung des Wohnbaus und gezielte Maßnahmen zur Stärkung der privaten Kaufkraft müssen Priorität haben. Denn solange der Neubau stagniert und Finanzierungen durch hohe Zinsen erschwert bleiben, fehlen dem Einrichtungsfachhandel die strukturellen Wachstumsimpulse. Förderinstrumente für Renovierung, Sanierung und leistbares Wohnen sind nicht nur sozialpolitisch geboten, sondern wirtschaftspolitisch notwendig, um diesen Sektor zu stützen. Und es braucht ein für alle spürbar sicheres und positives Umfeld, damit auch die Kauflaune wieder steigt.

Dauerbrenner Fachkräftemangel

Mit 559.563 unselbständig Beschäftigten im Jahr 2025 sank die Zahl der im Handel Erwerbstätigen im Vergleich zu 2024 um -1,5 % oder -8.272 Personen. Dem gegenüber steht die permanente Suche nach Fachkräften. Wimmer: „Es geht darum, die richtige Person an der richtigen Stelle zu haben. Gute Bodenleger*innen, Tapezierer*innen oder Tischler*innen zu finden ist nach wie vor eine große Herausforderung!“

SERVICE&MORE und Partnerbetriebe beweisen Krisenresistenz

Trotz dieses schwierigen Umfelds beweisen die 293 Mitgliedsbetriebe Standfestigkeit. Ein gemeinsamer Verkaufsumsatz von rund 510 Mio. Euro und eine einzige Insolvenz im vergangenen Jahr zeigen, dass qualitätsorientierter Fachhandel auch in turbulenten Zeiten Bestand hat.

Für das Jahr 2026 – das zugleich das 25-jährige Jubiläum von SERVICE&MORE markiert – sind gezielte Investitionen in Netzwerk, Digitalisierung sowie den Ausbau von Know-how rund um künstliche Intelligenz geplant. Wimmer:Im Bereich der KI ändern sich einerseits die Parameter ständig, wir alle müssen hart am Wind segeln und extrem gut aufgestellt sein, um hier am Ball zu bleiben. Auf der anderen Seite ist das menschliche Netzwerken und der persönliche Kontakt gefragter denn je. Unsere Händler*innen nehmen die dafür entwickelten Austauschplattformen Club25, ClubSIE und ClubBODEN gut an. Hier findet reger Ideenaustausch statt und man stärkt sich gegenseitig. Das ist unser „More“, das wir leben. Der Jahresabschluss 2025 zeigt einen positiven Trend – eine Entwicklung, die uns Mut macht. Gerade in einem von Unsicherheit geprägten Marktumfeld rücken Vertrauen, Verlässlichkeit und echte Partnerschaft in den Vordergrund.“

Vorsichtiger Optimismus – wenn die Rahmenbedingungen stimmen

Auch die WIFO-Prognosen geben Anlass zu ein bisschen Hoffnung: Die Bruttowertschöpfung im Handel soll 2026 real um +1,4 % und 2027 um +1,7 % zulegen. Die sinkende Sparquote – von 11,1 % (2024) auf für heuer prognostizierte 9,0 % – könnte dem Einzelhandel und damit auch dem Einrichtungsfachhandel zugutekommen. Wimmer ist überzeugt: „Wer seine Positionierung schärft, in Beratungskompetenz und Sichtbarkeit investiert und dabei mit Persönlichkeit punktet, wird gestärkt aus dieser Phase hervorgehen.“

Weitere Informationen finden Sie unter www.serviceandmore.at
Quelle: SERVICE&MORE, Foto:Felix Büchele

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