Vom 7. bis 15. März 2015 findet in der Messe Wien die „Wohnen & Interieur“ statt. In den insgesamt neun Messetagen zeigen rund 500 Aussteller*) aus dem In- und Ausland die neuesten Wohntrends und alles rund ums Wohnen
. Veranstalter Reed Exhibitions Messe Wien hat sich vorab umgehört und die wichtigsten Wohntrends des Jahres 2015 zusammengefasst.
Die Trendfarbe 2015 „Marsala“: dunkles, kräftiges, sattes Rot
In Reminiszenz an den kräftigen und unter der heißen Sonne Siziliens gereiften Likörwein hat die US-Firma Pantone die Farbe Marsala (Anm.: Farbcode „Pantone 18-1438“) als Trendfarbe das Jahres 2015 auserkoren. Marsala, der edle Tropfen der nach heißem Sommer und reifen Trauben schmeckt, im Glas strahlt er in Abstufungen zwischen Braun und Bordeaux, Bernsteinfarben und rötlichem Kupfer. Eine erdige und sehr lebendige Farbe. Und dabei trifft Marsala durchaus den Geschmack der Zeit, nach Sattheit, wohliger Wärme, Rundheit, Glanz, Behaglichkeit und innerer Ausgeglichenheit. Marsala veredelt die Innenräume – man kann förmlich die sizilianische Ewigkeit spüren, in der die Trauben in alten Eichenfässern heranreifen – die Räume gewinnen an Eleganz und laden zum Bleiben ein. Besonders gut kommt die Üppigkeit der Farbe als Wandanstrich oder auf strukturierten Oberflächen zur Geltung, auf Teppichen oder Polstermöbel zum Beispiel. Auch in Küche und Esszimmer passt Marsala hervorragend und eignet sich als Farbe für Tischplatten, Kleingeräte und Tischdecken. Ob auf Kissenhüllen, Lampenschirmen oder Kerzenständern, kunstvoll in Streifen- und Blumenmustern auf Tischsets, Geschirr, Bettwäsche und Tagesdecken eingesetzt, Marsala verspricht starke Akzente und ist optisch ein Hingucker.
Wohntrend 1: Alles ist möglich – Ich will so wohnen wie ich will!
Alles ist möglich. Man mixt aus unterschiedlichen Stilrichtungen den ganz persönlichen Stil zusammen und gestaltet die Rückzugsoase nach den eigenen individuellen Bedürfnissen. Überhaupt gilt individuelles Wohnen als Trend für sich. „Ich will so wohnen wie ich will“ – und die Botschaft der Möbelbranche ist: man soll. Da liegt es nahe, den Wohnraum dem eigenen Geschmack und den persönlichen Wertvorstellungen anzupassen. Die Hersteller haben das erkannt und zeigen auf der „Wohnen & Interieur“ Kollektionen, die der Individualität des Einzelnen jede Menge Freiraum lassen.
Wohntrend 2: Erdige Farben und Glanztupfer – Die richtige Kombination macht’s aus
Schon die Natur gibt eine spannende Farbpalette vor – Sand und Wasser, Holz und Stein, Frühlingspflanzenfrisch und Tiefseepetrol, Blumenaquarell und Senf und Mais
. Dazu wirken Glanztupfer und Schimmerpartien, Gold und Silber, Kupfer und Bronze, Pyrit und Kiesel . Sonnigem Mediterran oder gehaltvollem Marsala werden tiefgründige Ozean-Blautöne wie Aquamarin oder auch kräftiges Türkis zur Seite gestellt. Die Natur rückt nach innen und stillt dabei unser Bedürfnis nach Geborgenheit. Da passen satte Naturtöne perfekt: Beige, Cognac, Orange, kühles Blau und Grün. Bei Blau reicht die Palette von Babyblau, gedecktem und kräftigem Blau, bis hin zu Petrolschwarz in allen Varianten. Ähnlich reich ist die Auswahl an verschiedenem Grün: Von Mint, bis hin zum Wald- und Moosgrün
. Dunkelbraune bis hin zu schwarzen Tönen und Hölzern werden mit hellem pastelligen Rosa, Graublau und Hellgrau kombiniert.
Wer es lieber stiller will setzt nur Akzente und schafft dennoch ein ausgleichendes Element zum Beispiel zum Landhausstil oder dem Vintage-Look. Der gewollte Rost von Vintage-Möbeln etwa passt hervorragend zum Marsala-Sofa. Die tiefrote Wand, mit weißen Rändern abgesetzt, verleiht dem Raum eine edle, fast royale Stimmung. Kontrastreicher und gewagter sind Kombinationen mit Metallic-Silber, Schwarz und Weiß und alle Abstufungen dazwischen, die sorgfältig mithilfe von Wohnaccessoires durchgespielt und zu Marsala kombiniert werden. Pastell bleibt weiterhin hoch im Kurs. Aber auch Mauve-Töne, Taupe und Greige, eine Mischung aus Grau und Beige, sind immer noch zu finden. Immer mehr zum Einsatz kommen aber Nuancen von Grau – das scheint besonders chic.
Wohntrend 3: Schlicht trifft Glamour – Edle Hölzer, Maserungen, Marmor, Messing und Samt
Vermehrt sieht man auf der „Wohnen & Interieur“ schlichte Materialien wie Glas, Leder, Beton, Schiefer, Marmor. Aber auch viel Struktur, wie sie bei Möbeln mit Wolle, grobem Leinen, Strick und auch Filz und Loden zu sehen sind. Gerne wird alles im Möbelbau integriert oder kombiniert – Sofas, Betten, Sideboards, Tische, Schränke, TV-Elemente erstrahlen in neuen Looks und dank deutlich fassbarer Oberflächen mit erfrischender Haptik. Edle Hölzer oder Furnierhölzer mit den typischen Merkmalen wie Maserung, kleineren Rissen oder Ästen treffen im Möbeldesign auf glatte und farblich akzentuierte Lackflächen. Verchromte Metallgestelle etwa werden mit edlen Schubladen aus Holz ausgestattet. Im Raum selbst werden zur puren Eleganz glamouröse Akzente mit glänzendem Samt, glitzerndem Gold, Kupfer oder Kristall gesetzt.
Diese Avantgarde macht auch vor Küchen nicht Halt. Trend sind Edelrost-Fronten, Küchen in Stein oder Alu, in farbigem Retro- oder patiniertem Vintage-Look. Die praktische Umsetzung gibt sich gemäßigt mit puristischen, kubischen Formen, Materialmix und unterschiedlichen Platten – Naturstein wie Granit (in rund 250 Farbtönungen), wertvollen Marmoren oder Porphyr, Quarzkomposit (auch in Leder-Optik), Glaslaminat, Keramik und pflegeleichteren Verbundwerkstoffen. Und natürlich hochwertige Hölzer wie Eiche, Buche, Nuss, Kirsch, Ahorn, Esche und vieles mehr. Arbeitsplatten in Beton, geölt oder gewachst, mit Hartlack oder nanoversiegelt, komplettieren puristische Betonküchen, in Weiß oder stylisch in Grau, akzentuiert durch Metalldetails oder Holzaccessoires. Vintage-Anklänge schaffen für manche eine angenehme, großzügige Koch- und Wohnatmosphäre, etwa Herrenhaus-Küchen mit Rahmen und Füllungen und geschliffenen Gläsern. Klassisch-bürgerlich, zeitgemäß verarbeitet auf neuestem Stand der Technik, oder durch den Einsatz von echtem Altholz, mit wurmlöchriger „Bretterfront“. Ansonsten dominieren glatte Flächen; die kubischen Formen, Kochinseln schaffen zusätzliche Freiheit zum Schalten und Walten am Herd.
Wohntrend 4: Revival der 1960er – Fließende Formen, satte Rundungen, kräftige Muster
Vieles erinnert an die 1960er Jahre. Ob dies ein Revival ist, sei dahingestellt. Tatsache ist, dass der Sixties-Look allgegenwärtig ist. Man merkt gleich – und hätte es nicht für möglich gehalten – dieser Look lässt sich bestens kombinieren und mit anderen Stilrichtungen mischen. Organische Formen, wie runde oder nierenförmige Tische mit filigranen Beinen, tauchen als Ergänzungen zu Sofas in satten Farben und mit deutlich herausgearbeiteter Struktur auf. Kugelleuchten – vielfach aus Kupfer oder auch in changierendem Glas, einer Seifenblase ähnelnd – hängen traubenartig von der Decke. Auch der Industriehallen-Chic bleibt deutlicher Trend bei Leuchten: Derbe, von der Decke herabhängende Designmonster vermitteln Robustes und Grundfestes – ein gewisser Pep für den Wohnraum. Dazu gesellen sich dunkle Holzsideboards, flauschige Teppiche, Retrovasen, grobe Töpferei, Leder mit viel Patina, marmorierte Flächen, Pastell- aber auch kräftige und dunkle Farben.
Auch tierische Häute, echt oder täuschend echt, sind wieder da. Hochwertige Anilinlederqualitäten etwa trumpfen meist in natürlichen geölten Farben. Anders geht es bei Semi-Anilinleder zu: Echt, bunt gefärbt in breiter Palette, nachträglich geprägt. Auch Kunstleder erlebt ein Revival und ist vielfach glänzend oder matt, etwa gesteppt, oder mit 1950er-Jahre-Mustern überfärbt zu sehen. Mikrofaser imitiert Veloursleder, in rund 60 Farben, von denen zehn die Renner sind, allesamt Klassiker wie Schwarz und Weiß, Dunkelrot und nun auch wieder in diversen Blautönen. Kuschelige Fellimitate werden zu Decken und Kissen verarbeitet: allen voran der Desert Fox, gefolgt von Wolf und Puma – täuschend echt. Alles wirkt einladend, gemütlich – irgendwie bekannt aus einer längst vergangenen Zeit.
Wohntrend 5: Multitasking – Möbel, die viel auf einmal können
Deutlich erkennbar ist der Trend hin zu Möbeln, die mehr können, als man ihnen ansieht. Multitasking-Objekte sind gefragt, die gleich mehrere Anforderungen auf einmal erfüllen. Ein Regalsystem zum Beispiel, in dem sich das Home-Office versteckt. Dabei wird der Schreibtisch nach getaner Arbeit zurückgeklappt, verschwindet sozusagen aus dem Blickfeld: Klappe zu, Freizeit genießen. Im Trend liegen zudem modulare Lösungen, die man umbauen, ausbauen und verändern kann, je nach aktueller Wohnsituation.
Auch bei den Küchen ist Multitasking ein großer Trend: „Hidden Kitchens“ verstecken ihr wahres Innenleben etwa hinter markanten Oberflächen im Stil eines Raumobjektes mit Lounge-Charakter – derart extravagante Lifestyle-Küchen lassen sich nach Bedarf hervorholen oder versenken.
Wohntrend 6: Mut zum Muster – Wilde Bilderwelten in den vier Wänden
Der puren Schlichtheit stellt sich ein auffallender Mut zum Muster entgegen. Kissen, Deko, Gardinen und Möbel mit teils auffallenden Mustern gehen im Wohnraum recht wilde Ehen ein. Dabei treffen grafische Muster auf Florales. Gemusterte Tapeten werden mit gestreiften Teppichen akzentuiert. Inka-, Azteken-Muster und Patchworkstoffe sind wieder da und werden großzügig drapiert. Textilien wandeln sich zum unverzichtbaren Gestaltungselement, mit dem experimentiert werden darf. Weniger Mutige beginnen mit harmonischen Farben und probieren nach und nach kreativere Kombinationen aus.
Papiertapeten mit teils bunten Digi-Printdessins des sich zaghaft ankündigen farbfreudigen Trends stehen Textiltapeten in Grau bis Beige, von Ecru bis Anthrazit gegenüber, mit Blockstreifen und Minimals, immer mit Metallglanz. Wandbeläge, die nur der Fachmann verlegen kann, zeigen anspruchsvolle Qualitäten: Gräser, Hanf, Leinen, Jute, Bananenfaser, Kork oder Granit sind auf Papier kaschiert. Blattmetall und Blattgold werten zusätzlich auf; Jute wird mit Loden appliziert, manches erinnert an Korbgeflechte.
Öffnungszeiten
Die „Wohnen & Interieur“ in der Messe Wien hat am Samstag und Sonntag (7. und 8. März) und von Mittwoch bis Samstag (11. bis 14. März) jeweils von 10.00 bis 18.00 Uhr geöffnet. Neu sind die in den Abend hinein verlängerten Öffnungszeiten am Montag und Dienstag (9. und 10. März) von 12.00 bis 20.00 Uhr.
Mehr Informationen zur „Wohnen & Interieur“ sind auf der Messe-Homepage www.wohnen-interieur.at, auf Facebook unter www.facebook.com/wohnenmesse und auf Twitter unter @messe_at verfügbar.
Quelle: Reed Messen
