Österreichischer Ingenieurholzbauverband feiert sein 60-jähriges Bestehen

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Die Zukunft wird ein neues Bauen mit sich bringen, das auf ökologischen Materialien fußt und eine Symbiose aus Ökologie und Ökonomie erreicht. Dieses Bauen wird den Bewohnerinnen und Bewohnern sowie den Nutzern mehr Zufriedenheit und Wohlgefühl bieten und zugleich Lebensqualität vermitteln.

Damit wird die Zeit des Baumaterials Holz anbrechen und der Holzbau in neue Dimensionen vordringen, die ihm bislang verwehrt blieben oder bislang anderen Baumaterialien vorbehalten waren. Holz verfügt über ein ökologisches, ökonomisches und soziales Potenzial, das den Menschen anspricht. Es ist ästhetisch, haptisch angenehm, sicher, leistungsstark sowie ökologisch und ökonomisch vielseitig einsetzbar. Holz ist ein Allrounder in der Bauwirtschaft.
Vor mittlerweile 60 Jahren haben sich holzbegeisterte Pioniere in Österreich zusammengeschlossen, um mit einem damals neuen Bausystem – dem Holzleimbau – Bauherren, Architektinnen und Architekten sowie Ingenieurinnen und Ingenieure zu begeistern und zu überzeugen. Am 20. November 2025 feierte der Österreichische Ingenieurholzbauverband sein 60-jähriges Bestehen. Neben Kurzpräsentationen, Grußworten und einem ausführlichen Rückblick auf die Anfänge und Initiativen bildete eine Festrede von Prof. Dr. Dr. E.h. Dr. h.c. Werner Sobek den Höhepunkt der Veranstaltung.

Die Anfänge waren nicht einfach – nicht, weil es an Holz, Leim oder Fachwissen gemangelt hätte, sondern vielmehr aufgrund der damals verbreiteten Skepsis bei Behörden und in der Bevölkerung gegenüber dem Baustoff Holz. Auch Konkurrenzmaterialien wie Stahl, Ziegel und Beton galten zu dieser Zeit als modern und führend.

In den vergangenen 60 Jahren hat sich der Holzleimbau äußerst positiv entwickelt. Durch die kontinuierliche Markterschließung und -aufbereitung des Verbandes ist eine große und wettbewerbsfähige Branche entstanden, die heute zu den herausragendsten in Europa zählt. Der österreichische Ingenieurholzbau genießt europaweit und international hohes Ansehen.

Bauherren, Architektinnen und Architekten sowie Ingenieurinnen und Ingenieure steht heute eine breite Palette konstruktiver Möglichkeiten zur Verfügung: von kleinen bis zu großen Trägern, gerade oder gekrümmt, in neuen Strukturen kombiniert, mit großen architektonischen Freiheiten und Spannweiten von über 200 Metern. Zahlreiche realisierte Projekte in Österreich sowie in anderen europäischen und außereuropäischen Ländern – errichtet von österreichischen Unternehmen – belegen eindrucksvoll diese Vielfalt.

Der Verband hat in den vergangenen sechs Jahrzehnten eine führende Rolle eingenommen. In zahlreichen Forschungs- und Kooperationsprojekten wurden Märkte erschlossen, technisches Wissen erweitert und Informationsarbeit im Ingenieurholzbau geleistet. In enger Zusammenarbeit mit nationalen und internationalen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern entstanden laufend neue Erkenntnisse in Technik, Produktion und Sicherheit. Ergänzt wurde diese Arbeit durch eine aktive Mitarbeit in nationalen und internationalen Normungsgremien.

Der Österreichische Ingenieurholzbauverband (IHBV) publiziert zudem eine Vielzahl an Broschüren und Leitfäden, die großen Zuspruch finden. In Ergänzung zum Tabellenwerk zur Nachweisführung von Holzbauteilen nach ÖNORM EN 1995-1-1 und ÖNORM B 1995-1-1 ist eine „Beispielsammlung zur Nachweisführung von Holzbauteilen und Holztragwerken“ verfügbar. Ebenso wurde die Publikation „Aussteifung im Holz-Hochbau“ herausgegeben. Weitere Veröffentlichungen sind Merkblätter, etwa zur Ausführung von (Flach-)Dächern in Massivholzbauweise oder zur Rissbildung bei Massivholzprodukten. Sämtliche Publikationen sind auf der Website des Verbandes abrufbar.

Darüber hinaus wirkte der Verband am Forschungsprojekt „MINDWOOD – Funktioneller Druck von leitfähigen Schichten auf Holz- und Holzwerkstoffoberflächen“ mit. In einem mehrjährigen Projekt wird zudem an der Anwendung der Finite-Elemente-Methode (FEM) im Holzbau gearbeitet. Ein weiteres abgeschlossenes Projekt betrifft vereinfachte Bemessungsregeln für geringe Seismizität, die mittlerweile in einem Leitfaden zur Erdbebenbemessung umgesetzt wurden.

Im Rahmen des Arbeitskreises CAD-Weiterentwicklung wird derzeit ein Pflichtenheft für Softwareentwickler und -anbieter im Holzbau finalisiert. Gleichzeitig wurde die Website des Verbandes neu gestaltet: Der Downloadbereich sowie die Kontaktaufnahme zur Bestellung von Unterlagen wurden überarbeitet und übersichtlicher strukturiert. Der Verband konnte zudem neue Mitglieder gewinnen – sieben Unternehmen sind in den vergangenen zwei Jahren beigetreten.

Weitere Informationen finden Sie unter www.ihbv.at
Quelle. Fachverband Holzindustrie Österreich / Fotos © Gerhard Fally

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