Diese Trends prägen die globale Gesellschaft über Jahrzehnte und haben Einfluss auf alle Lebensbereiche – auch auf den privaten Raum jedes Menschen, etwa das eigene Zuhause. Dieser Bereich ist sicher der mit Abstand wichtigste und persönlichste.
„Wir verwenden immer mehr Zeit darauf, Wohnraum als Ausdruck unserer Persönlichkeit einzurichten“, resümiert Dr. Georg Emprechtinger im Bild links, Vorsitzender der Österreichischen Möbelindustrie (ÖMI). Individualisierung ist allerdings nur einer der Megatrends – viele andere spielen in der Gestaltung heutiger und zukünftiger Wohnkonzepte eine Rolle.
Die Globalisierung ist der wohl bedeutendste Trend des 21
. Jahrhunderts. Die zunehmende internationale Verflechtung von Staaten, Gesellschaften und Individuen birgt diverse Herausforderungen, bewirkt aber auch eine zunehmende Öffnung der Welt . Wertvorstellungen und Lebensstile verbreiten sich, Menschen reisen über den gesamten Erdball und Wirtschaftsgüter sind quasi weltweit verfügbar. Diese Öffnung übernehmen wir auch in unser Zuhause. Fremde Kulturen in Form von Mitbringseln, indischen Kissen oder chinesischem Porzellan sind Teil der Einrichtung und kreieren eine nie dagewesene Vielfalt.
Eines der größten Probleme des Megatrends Urbanisierung ist die Schaffung von ausreichend verfügbarem Wohnraum. Immer mehr Menschen zieht es vom Land in die Städte. Bei zunehmend geringerem Platz und erhöhtem Verkehrsaufkommen werden die Städte immer vernetzter und zur Optimierung der Lebensqualität gleichzeitig grüner
. Für den Privatbereich hat dies zur Folge, dass Wohnungen kleiner werden. „Auch Möbelstücke müssen somit zukünftig weniger kompakt werden und die diversen Ansprüche der Menschen durch Multifunktionalität erfüllen“, sagt Dr. Emprechtinger.
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Raumwunder sind gefragt (Foto: ewe)
Einen ähnlichen Einfluss hat der Trend Mobilität. Durch die ständigen Veränderungen in allen Lebensbereichen, die häufige Ortswechsel mit sich bringen, müssen sowohl die Menschen als auch ihre Einrichtung flexibel sein
. Möbel sollten leicht transportiert und an verschiedene Räumlichkeiten angepasst werden können.
Der technologische Fortschritt zieht im Trend Neues Lernen auch einen Wandel der Wissenskultur nach sich. Onlinezugang im gesamten Zuhause ist selbstverständlich – auch im Kinderzimmer. Digitale Medien und die Flut an Informationen, auf die weltweit und jederzeit zugegriffen werden kann, verändern das Lernverhalten von Kindern. Mit vielen Dingen werden sie früher als sonst konfrontiert und die Entwicklung wird schon frühzeitig gefördert, etwa mit diversen Spielzeugen mit Lerneffekt.

Homeoffice (Foto: TEAM 7)
Der Megatrend New Work geht mit dem individuellen Freiheitsbedürfnis einher. Von kreativem Arbeiten geprägte Berufsfelder nehmen ebenso zu wie flexible Arbeitszeiten. Im Gegensatz zur Work-Life-Balance, dem ausgeglichenen Verhältnis zwischen Arbeit und Privatleben, sollen die Grenzen zunehmend verschwimmen. Ein fließender Übergang äußert sich in neuen, offenen Raumkonzepten an der Arbeit und einem mit Netzwerkanschlüssen und funktionalem Schreibtisch ausgestatteten Homeoffice.
Zunehmend an Bedeutung gewinnt die Gesundheit. Gesund zu sein ist nicht mehr nur das Gegenteil von krank sein, sondern wird als etwas verstanden, worauf man in Form eines bewussten Lebens vorsorgend und ständig achten sollte. In der Wirtschaft wird mit dem Attribut „gesund“ geworben. Gesunde Lebensmittel und Messgeräte zur Überwachung der körperlichen Fitness sind mehr und mehr gefragt. Zu Hause sorgen ergonomische Sitzgelegenheiten für gesunden Komfort. Besondere Aufmerksamkeit erhält das Badezimmer. Als Wellnessoase und Ort der Entspannung wird der Einrichtung mehr Zeit gewidmet.
Damit einher geht der Trend der Neo-Ökologie, in der der „ökologische Fußabdruck“ zur Messlatte verantwortungsvollen Handelns wird. Menschen als auch Unternehmen nehmen die sozialen und ökologischen Folgen ihres Tuns mehr und mehr wahr. Auch Upcycling, also die Verwendung alter Materialien oder Dinge für Neues, spielt hier eine wichtige Rolle.
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Natürliche Materialien (Foto: ADA)
Die Silver Society bezeichnet den besonders hohen Anteil älterer Menschen in der heutigen Gesellschaft. Das gefühlte Alter sinkt dabei zunehmend, weshalb ältere Menschen nicht als solche stigmatisiert werden möchten. Der persönliche Lebensstil soll so lange wie möglich erhalten bleiben. Dafür werden heute schon frühzeitig die Anforderungen des Alters in der Einrichtung berücksichtigt, etwa mit barrierefreien Zugängen und bodenebenen Duschen, hohen Betten und bequemen Sitzmöbeln. Moderner Komfort in edler Ausführung, der zugleich schön und in allen Lebensabschnitten funktional ist, löst altersgerechtes Wohnen ab.

Ergonomisches Sitzen (Foto: ADA)
Die bereits eingangs erwähnte Individualisierung nimmt einen besonders hohen Stellenwert ein. Mit zunehmendem Wohlstand und den darüber gewachsenen Möglichkeiten ist auch das Bedürfnis nach Selbstbestimmung gestiegen. Das Zuhause wird möglichst individuell, nach dem Abbild des eigenen Charakters, gestaltet. In der Folge werden Möbel immer variantenreicher. „Verschiedene Ausführungen in Material und Farbe ermöglichen jeder Persönlichkeit, sich auszudrücken. Auch Einzelanfertigungen und Unikate sind als Alleinstellungsattribute mehr und mehr gefragt“, fasst Dr. Emprechtinger zusammen.

Die Individualisierung nimmt zu (Foto: Joka)
Weitere Informationen finden Sie unter www.moebel.at
Quelle: Österr. Möbelindustrie
